Ainmillerhaus

 

 

Fassadensanierung / Denkmalpflege

Ein Teil des Anwesens im Zentrum der Altstadt wurde in den Jahren 1980-84 von meiner Familie einer neuen Nutzung zugeführt. Die alten Fabrikgebäude wurden abgerissen, um Platz für Neubauten zu schaffen, welche sich um einen attraktiven Innenhof gruppieren. Die Mischung aus Gastronomie, Läden, Arztpraxen, Büros und Wohnungen hat sich bis heute bewährt und ist bei den Landshutern sehr beliebt.

Noch als Student habe ich die alten Pläne des Projekts digitalisiert und konnte im Laufe der Jahre die Fortentwicklung des Komplexes mit all seinen Umbauten, Verbesserungen und Anpassungen mitverfolgen.

Das historisch wertvolle Gebäude zur Altstadt wurde 1980 komplett saniert, die prachtvolle Fassade jedoch blieb damals bis auf den Anstrich unangetastet.

Seit 2015 haben wir mit ersten Voruntersuchungen begonnen und zusammen mit dem LfD (Landratsamt für Denkmalpflege) ein (nachhaltige) Sanierungskonzept für die Fassade erarbeitet. Der endgültige Baubeginn ist nun im Sommer 2020.

Basiskonzept für Restaurierung

 

Da nur noch wenige Teilflächen bzw. Bauteile der beiden Phasen aus dem 19. Jahrhundert erhalten sind, besteht die Grundlagesämtlicher Maßnahmen im umfassenden Erhalt und der Konservierung des historischen Bestands. Essentiell hierfür ist zunächst eine Entnahme jüngerer Einträge konservatorisch bedenklicher Materialien. Die Restaurierung war einerseits notwendig, bot aber gleichzeitig auch die Chance, das Erscheinungsbild der Fassade ästhetisch zu verbessern, ohne seine historischen Gegebenheiten zu verlieren. Erreichbar war dies, neben der fachgerechten Beseitigung der Schäden, durch den bewussten Einsatz historischer Putztechniken in hoher Qualität. 1971 abgeschlagene Verdachungen und die Wappenornamentik konnten rekonstruiert werden. Es wurde nicht einfach ein Wiederholungsanstrich der aktuellen Farbigkeit aufgetragen. Sondern eine Farbfassung (mit geeignetem Bindemittel), die anhand der bereits bestehenden Kartierung effizient konzeptionell, in Anlehnung an historische Gegebenheiten erarbeitet wurde.

 

Projekttyp: Denkmalpflege
Bauherr: Kollerbräu GbR
Ort: Landshut
Status: fertiggestellt 2021
Leistungsphasen: 1-2, 6-9, (einzelner Gewerke)

Terrakottabestand der Fassade
schemat. Darstellung der Verteilung
Schadensbereiche, sämtliche Schäden;
schemat. Darstellung der Verteilung

Baustellenimpressionen

Aufnahmen vor der Sanierung
1. Bestandsaufnahme der Giebelzinnen, nach Abnahme des Zementputzes
2. Rückseite der Firstzinne, statische Nachrüstung dringend erforderlich
3. Zustand der Stucklisenen, meist mangelhaft

Aufnahmen vor der Sanierung
4. Giebelzinnen, nach begonnener Restaurierung der Frontseite (an den Wangen noch Zementputz)
5. Stark beschädigte Zinnendächer
6. Überfällige Restaurierung/statische Ertüchtigung der Stucklisenen

Statische Ertüchtigung der Firstzinne
Die drei Firstzinnen wurden aus statischen Gründen in den Dachfirst rückverankert und hinter den Terrakotten mit Gewindestangen zusammengespannt

Terrakotta-Sanierung
Fehlende Terrakottaelemente wurden plastisch ergänzt

Terrakotta-Sanierung
Nahaufnahme nach Entfernung der konservatorisch bedenklichen Materialien, und vor der Sanierung

Stuckarbeiten
Nach Abnahme der dispersionshaltigen Fassungsschichten, wurden die Sohlbänke fachgerecht rekonstruiert

Stuckarbeiten
Ausbrüche im gesamten Profilquerschnitt wurden geschlossen und die Ausbruchsflanken im Bestand konsolidiert

Stuckarbeiten
Der plastisch ausgeführte Putzstuck mit floraler Ornamentik wurde rekonstruiert und in den Bestand mit eingebunden

Farbfassung
Es wurde nicht ein Wiederholungsanstrich der aktuellen Farbigkeit aufgetragen, sondern eine Farbfassung mit geeigneten Bindemitteln. Eine Farbfassung, die anhand der bereits bestehenden Kartierung effizient konzeptionell erarbeitet wurde, in Anlehnung an die historischen Gegebenheiten.

Impressionen der nach fertiger Sanierung

 

Bildnachweis:    Peter Litvai
Altstadt 195 A, 84028 Landshut

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